Ev.-Luth.Kirchengemeinde Todenbüttel
Ev.-Luth.Kirchengemeinde Todenbüttel

GOTTESDIENSTE   

Auf der Homepage der Kirchengemeinde Hademarschen finden sich weitere kirchliche Nachrichten.

 

Da die Gottesdienste bis auf weiteres ausfallen, bringen wir hier zu den Osterfeiertagen

einige Gedanken von Pastor Rothe.

 

Gründonnerstag                                                                                                                                      Der letzte Tag, bevor Jesus sterben musste. Der letzte Tag, wo er mit seinen Feunden zusammen war und mit ihnen das Passafest gefeiert hat, das Fest der Befreiung aus der Sklaverei. Für Jesus auch das Fest seines Vermächtnisses mit der Deutung seines Todes: " Für Euch". Martin Luther waren gerade diese beiden Worte sehr wichtig und er hat gesagt: " Diese  Worte fordern ganz und gar gläubige Herzen". Und das ist wahr: mit dem Verstand lässt sich das nicht erfassen. Wenn man aber diese Worte "Für euch" sich ganz zu Herzen gehen lässt, wird man  ihre wunderbare Kraft erfahren. Da gibt sich jemand für uns hin und das nicht irgendeiner, sonder Gottes Sohn. Und wir dürfen seine Selbsthingabe empfangen. Nur nicht in Brot und Wein. Das ist uns in diesem Jahr verwehrt und das ist schade, gerade weil wir in Todenbüttel sonst immer das schöne und beeindruckende Feierabendmahl mit den Bewohnern und Betreuern des Erlenhofes und des Eiderheimes feiern. Das ändert aber nichts an der Größe von Gottes Gabe "Für uns".

Gott möge uns alle durch diese schwierige Zeit führen und begleiten.                                                                                                    

Karfreitag

Auf englisch heißt der Karfreitag  Good Friday. Seltsam: "Guter Freitag" ?  Das Wort zeigt, wie der Glaube an die gute Bedeutung des Kreuzestodes Jesu tief in Großbritannien verwurzelt war. Das ist heute nicht mehr der Fall. Aber der Name ist geblieben. Warum also "gut" ?

Aus zwei Gründen. Der erste ist heutzutage in der Kirche allgemein anerkannt:  Gott nimmt Anteil am Leiden und Sterben der Menschen, indem er in seinem Sohn Jesus Christus selber den qualvollen Tod am Kreuze stirbt. Von nun an gibt es kein Leiden und Sterben ohne Gott - wenn man ihn denn dabei haben möchte. 

Der zweite Grund ist heute weniger akzeptiert, obwohl er ursprünglich die große Attraktivität des christlichen Glaubens ausmachte:  Der Tod Jesu hat sühnende Kraft. Ein Wunder: Jesus trägt meine Sünde und nimmt sie mir ab. "Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, erbarme dich unser. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, gib uns deinen Frieden."

Und dieser Friede, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus.  Amen

 

Ostersonntag

Ein Satz aus der Bibel gehört zu diesem Ostersonntag. Paulus schreibt: "Nun ist aber Christus von den Toten auferstanden als erster für alle Verstorbenen." (1.Kor.15,20)

Das kleine Wort "aber" bringt einen Gegensatz zum Ausdruck zu der Auffassung, dass Jesus nicht von den Toten auferstanden sei und dass darum mit dem Tode alles aus sei.

Mit dieser Meinung hatte es der Apostel Paulus zu tun. Und es spricht ja auch so vieles dafür. Ungezähltes Leiden und Sterben auf der ganzen Welt, in unseren Tagen so sichtbar durch die Corona-Krise.  Und der Karfreitag durch sein grausames Sterben, welches die Römer tausendfach als Sklavenstrafe verübt haben. Und dazu die Worte Jesu am Kreuz: "Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?"

Und da soll es eine Auferstehung geben? Eine Überwindung dieses furchtbaren Todes? 

Die Jünger Jesu glaubten zuerst ja auch nicht daran. Was die Frauen vom leeren Grab erzählten, hielten sie für Unsinn und Einbildung. 

Wir wollen nicht zu schnell über diese Zweifel hinweggehen. Denn es sind auch unsere Zweifel. Wir mögen einen starken Glauben haben, aber der wird doch immer wieder auf die Probe gestellt, auch jetzt in der Corona-Krise.

Es ist gut, dass unser Zeifel nicht einfach abgelehnt wird, nein, dass er in den Ostergeschichten immer wieder erwähnt wird. Wir brauchen uns daher unsern Zweifel nicht übelnehmen, sodass eine Stimme in uns uns deswegen Vorwürfe macht.

Aber wir hören die Bekräftigung immer neu: "Nun ist aber Christus von den Toten auferstanden, als erster für alle Verstorbenen." Das Unglaubliche ist geschehen: Jesus hat Leid und Tod überwunden

Er lebt. Diese zwei Worte: "Er lebt"  waren für Martin Luther so wichtig, dass er sie in sein Wappen, die Lutherrose, aufgenommen hat, und zwar in lateinischer Form, wo die beiden Worte nur eines sind: VIVIT. Diese Buchstaben hat er kreisförmig um die Rose seines Wappens angeordnet.

" Er lebt" Diese Worte können auch für uns ein fester Halt sein. Gerade weil dieser Halt nur aus diesen zwei Worten besteht. Dabei können wir eine ganze Zeit verweilen, ohne gleich zu fragen: Und was hat das mit uns zu tun? Darauf werden wird gleich noch kommen.

Aber es ist merkwürdig: Je länger wir auf diese Frage verzichten und uns nur an die beiden Worte halten, spüren wir unmerklich eine wohltuende Kraft, die von dem Auferstandenen ausgeht.

Und auch hier bewährt sich das Lutherwort: "Suche dich nur in Christus und nicht in dir, so wirst du dich in ihm ewiglich finden."

Und damit sind wir bei der Frage: Was hat das mit uns zu tun? 

Die Beantwortung dieser Frage erfordert fast noch mehr Glauben als die Botschaft von Jesu Auferstehung. Sie lässt sich in die Liedzeile fassen."Jesus lebt, mit ihm auch ich. Tod, wo sind nun deine Schrecken!"

Mit ihm auch ich - das soll wahr sein? Dass Jesus lebendig wurde, das kann ja vielleicht noch angehn. Aber auch ich? Ich werde sterben, früher oder später, werde begraben oder verbrannt - und dann soll ich leben? Eine krasse Behauptung.

Ich muss gestehen, dass auch ich als Pastor vor dem Tod immer wieder zurückschrecke und den Glauben an die Auferstehung nicht wie einen Besitz habe, der mir nicht genommen werden kann.

Aber ich möchte der Botschaft vertrauen und keine Angst haben. Und darum geht es, dass wir die Angst verlieren. Wir bleiben mit Jesus verbunden über den Tod hinaus.

Diese Zuversicht dürfen wir immer wieder neu gewinnen. Denn  ER  LEBT.

Amen

 

Ich wünsche allen, die diese Zeilen lesen, eine gesegnete Osterzeit und Gottes Schutz und Bewahrung in dieser schwierigen Zeit.

 

Pastor Christoph Rothe

 

 

 

 

 

 

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